Release.
Volbeat – Seal The Deal & Let’s Boogie

Volbeat - Seal The Deal & Let’s Boogie

Bei allen negativen Kritiken die mir die letzten Tage akustisch, visuell ja selbst olfaktorisch (in einer Gruppe Tanzwütiger schrie jemand lauthals, ab jetzt stinken sie ab)  entgegengebracht wurden, möchte ich Flagge zeigen und behaupte, zwei mal mit der Faust auf die Brust klopfend, dass die Kopenhagener immer noch Partylöwen sind. Gut genährt, erfahren, bissig!
Ein feines rundes Programm. Warum kaputt machen, was gut funktioniert.
Von der ursprünglichen Besetzung von 2001 ist neben  Michael Schøn  Poulsen zwar nur noch  John Larson mit an Bord, was evtl. den etwas metallastigeren Sound auf  „Seal The Deal & Lest Boogie“ durch den 2013 neu eingestiegenen gelernten Metaller  Rob Caggiano erklärt.
Beim Opener  „The Devil’s Bleeding Crown“  lässt Poulsen anfangs gleich mal den Hetfield raushängen und fährt damit gesanglich das Album durch eine gewohnt gerade Bahn, die nur bei  „You Will Know“ etwas aus den Schienen gerät. Englisch ist nun mal nicht seine Amtssprache, sein persönlicher Brexit.
Vertreten sind wie wir es von dem dänischen Kvartet gewohnt sind auch wieder zwei Gastmusiker, die für flotte Stimmung sorgen : John Olsen,  der auch schon auf  „Rock The Rebel/ Metal The Devil“ seinen Auftritt hatte und Danko Jones.
„Goodby Forever“  ist mein Wermutstropfen. Der Song funktioniert live bestimmt ganz hervorragend,  hat auf Platte mit seiner sterilen von DJ Bobo gemopsten Backround  Einspielung einen faden Beigeschmack. Das Teil kann mehr Farbe vertragen & ist auch sonst von Volbeat gecovert.
Einiges auf „Seal The Deal & Let´s Boogie“ hat den Ohrenschein als hätte man Passagen in vergangenen Liedern schon mal abgefeiert. Aber es scheint zu funktionieren, die treuen Fans sind den Jungs jedenfalls sicher.
„ The Loa’s Crossroad“,  das rotzigste Stück des Albums, gebe ich gerne als Anspieltipp mit auf den Weg. Das Ding transportiert die neu formatierte Energie am besten weiter. Ansonsten kann die neue Scheibe all das was auch seine Vorgänger schon gezeigt haben von Square Dance stampfenden Pullman City Rock bis zum rifflastigen Axtschwinger!
Gewohnt gelungene, nicht abgehobene,  sich treu gebliebene Mucke, für Menschen gemacht, die  in gesunder Atmosphäre einen legga Whiskey trinken, über eigene Witze lachen können und gerne mal das Parkett wienern!

Plattenfirma: Vertigo Berlin
Format: LP/CD
Wertung: 5/6 Punkten
Autor: André