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Elegy Remains heißt frei übersetzt das bleibende Klagelied oder bestehende Klagegedicht: Wie kommt es zu dieser Namensgebung?

Simon: Wir haben hier bewusst auf einen typischen “drei-bis-fünf-wörter-klischee-metalcore”-Namen verzichtet und wollten einen Namen, der leicht zu merken ist. Des Weiteren ist die Elegie im weiteren Sinne eine Metapher für unsere Texte und die Message, die wir damit rüberbringen wollen.

In euren Songs sprecht ihr viele Themen an, die sehr aktuell und recht „erwachsen“ klingen, dabei seid ihr eine doch sehr junge Band?

Kristian: Ich lege Wert darauf, dass meine Texte die Leute etwas zum Denken anregen. Dabei wird jedoch nie direkt mit dem Finger auf Andere gezeigt, ich verarbeite auch Dinge, die ich selbst miterlebt habe, und lasse dabei jedoch genug Raum, um sich selbst damit identifizieren zu können. In “Limited Horizons” geht es zum Beispiel um engstirnige Leute, die der Meinung sind, dass nur Ihr Wort und Ihr Wille zählt, ohne sich dabei vielleicht einmal in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen. Der Großteil der Songs handelt von der Wahrnehmung seiner Umgebung und den damit verbundenen Problemen. Themen wie die heutige Arbeitswelt (“Stories of modern Ache”) und Umweltverschmutzung (“We’re Drowning In Oceans”) sind ebenfalls aktuell und daher ein guter Denkanstoß für interessierte Hörer.

Wie habt ihr zueinandergefunden?

Davide: In unserer Heimatstadt gab es bislang noch keine vergleichbare Band in unserem Genre, wir wollten schon seit Langem diese “Marktlücke” stopfen. Wir kannten uns zum größten Teil alle vorher und haben schon in verschiedenen Bands in der umliegenden Musikszene gespielt.

Meine Recherchen haben ergeben, dass ihr ,,As Centuries Collide” selber produziert habt. Da wir hier über euer Debüt sprechen, möchte ich von euch gerne wissen wie nervenaufreibend war das und hat es euch als Band näher zusammengeschweißt?

Simon: Wir haben mit einem straffen Zeitplan gearbeitet und sonstige “Beschäftigungen” wie Hobbys, Freunde, Freizeit oft links liegen lassen, um uns auf das Album konzentrieren zu können. Der lange Winter Beginn dieses Jahres hatte zur Folge, dass in unserem Proberaum, indem das Album entstanden ist, teilweise Temperaturen zwischen 2 und 10 Grad herrschten. Die Devise hier: zwei paar Socken und den Ofen an, Augen zu und durch.

John: Auf der anderen Seite waren die Aufnahmen jedoch eine tolle Erfahrung und haben uns insofern weiter zusammengeschweißt, dass wir uns musikalisch noch mal ein Stück näher gekommen sind.

Ihr habt mit Neaera und Kataklysm die Bühne geteilt, das sind Acts, die schon große Namen haben. Wie war das für euch??

Kristian: Neaera sind schon seit Jahren einer meiner absoluten Favourites… Wenn man dann von einem Veranstalter gefragt wird, ob man diese nicht mal eben supporten möchte, fällt einem natürlich erstmal die Kinnlade runter. So nervös war ich vermutlich in meiner gesamten Musiklaufbahn noch nicht gewesen.

Simon: Es war unglaublich, mit einer Band wie Kataklysm die Bühne zu teilen, die man als Teenager schon auf jeder Party abgefeiert hat. Das war ein großer Schritt nach vorne für uns, und ein wahnsinniges Gefühl, den Personen, die man sonst nur auf Youtube sieht oder auf CDs hört, mal die Hand zu schütteln.

Ihr werdet oft mit diesen Bands verglichen sowie mit Caliban. Mit wem vergleicht ihr euch selber und in welcher Schublade würde Elegy Remains ihre Socken packen??

Simon: Hier kommt meist die Antwort: “Wir lassen uns in keine Schublade stecken, sondern machen unser eigenes Ding.” – Bei uns stimmt das in diesem Fall wirklich! Wir fünf haben einen Musikgeschmack, der unterschiedlicher nicht sein könnte, was dazu führt, dass unsere Songs “ein bisschen von allem sind”. Wenn wir in eine Schublade müssen, dann abwechselnd in ganz viele.

Mit der neuen Scheibe im Gepäck werdet ihr erst mal ordentlich das Parkett rocken, wobei ich euch viel Spaß und Vergnügen wünsche, aber wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?

Marc: Wir hoffen natürlich, mit der Platte erstmal etwas rumzukommen. Unser nächstes Ziel ist, mal hier aus der Umgebung rauszukommen und der restlichen Welt (oder für den Anfang vielleicht erstmal Deutschland) Hallo zu sagen. Wir sind durchaus überrascht, dass unser Album so gut angenommen wird, und hoffen, dass da draußen noch ein paar mehr Leute sind, die was auf die Ohren möchten. Sonst gibts weiterhin neue Songs und in geraumer Zeit dann die nächste CD.

Simon: Wir werden dieses Jahr natürlich auch noch einige Konzerte geben, vielleicht bekommen wir ja noch die Chance, auf einem kleinen Festival zu spielen.

Davide Avino, woher stammt der Name und wie bist du zum Gesang gekommen?

Davide: Mein Name kommt aus dem Italienischen und bedeutet “Der Liebling des Weines”. Auf einer Seite liegen meine Wurzeln im schönen Ostfriesland, doch seitens meines Vaters stamme ich einer Familie von Barber und Weinbauern ab. Daher der Name.
Zum “Gesang” bin ich über einige Umwege gelangt. Obwohl ich mit meiner Stimme schon immer recht gut “klar” kam, fehlte es mir irgendwie an lautstarken Emotionen. Durch Zufall bin ich dann bei Elegy gelandet und konnte mich das erste Mal richtig und herzlich auslassen!
Ich denke durch die Zeit mit meinen Jungs habe ich viel gelernt. Und ich hoffe, dass ich Kristians anspruchsvolle Lyrics auch so rüberbringe, wie sie gemeint sind

Kristian, Simon, John, Marc wie war das bei euch?

Simon: Angefangen hat das Gitarrenspiel bei mir tatsächlich mit John – mit 15 haben wir unsere ersten Gehversuche in einem Punkrock-Duo unter die Probe gestellt. Hat auf Dauer nicht geklappt, jetzt sind wir hier

Marc: Als ich vom Sauerland nach Emden gezogen bin, habe ich mir ein Schlagzeug von einem Kumpel gekauft und es kam als letztes Teil auf den Umzugs-LKW und als erstes wieder raus. Angefangen zu spielen habe ich 2005 in dem Keller eines Wohnblocks. Beigebracht habe ich mir alles durch Anhören und Nachspielen.

John: Mein Papa hat mir damals aufm Flohmarkt `ne Gitarre gekauft, daraufhin hab ich dann Unterricht bei einem Bekannten genommen. Das Bassspiel hab ich erst für diese Chaoten gelernt

Kristian: Ich hatte als Kind zuerst mehrere Jahre Keyboard gelernt, was mir dann im Teenageralter zu langweilig und uncool wurde. So bin ich dann mit 14 Jahren an die Gitarre gewechselt und habe mir nach knapp 2 Jahren Unterricht den Rest selbst beigebracht.

Spinnen wir einfach mal ein wenig rum, ihr seid der Headliner eines großen Metal Konzert, welche zwei Acts eröffnen für euch die Show und warum?

Simon: Auf jeden Fall Neaera. Wir durften uns mit den Jungs einen Backstageraum bei einer Show teilen und waren schwer angetan, wie cool die sind. Wer hier an abgehobene Studiomusiker denkt, wird überrascht. Die Jungs sind wie du und ich, sehr freundlich und auch ein wenig verrückt!

Kristian: Ich würde gerne noch Heaven Shall Burn verpflichten, da sie mich musikalisch recht stark geprägt haben, auch sausympathische Typen sind und live einfach alles niederwalzen.

Wie hat sich innerhalb und außerhalb der Band euer Leben nach dem 15/06/2012 verändert?

John: Wir sind natürlich froh, die ersten Reviews lesen zu können und auch ein bisschen stolz. Es ist immer wieder unglaublich spannend zu lesen, wie die eigene Musik bei anderen ankommt. Nach einer sehr gelungenen Release-Show ist eins auch mal wieder ganz angenehm: Wieder Hobby und Freizeit nachgehen können und nicht 7 Tage die Woche im Proberaum verbringen

Ihr seit noch nicht soweit, dass die Musik euch nähren könnte, wie sieht das Leben außerhalb von Elegy Remains aus und wie bewerkstelligt ihr den Spagat zwischen Alltag und Musiker??

Simon: Einerseits ist der Zeitplan neben Ausbildung und Studium recht straff (gerade wenn es um Konzertvorbereitungen geht), andererseits ist Band auch Hobby und Hobby ist Freizeit. Proben, Songs schreiben oder Aufnehmen – sind alles Sachen, die wir gerne machen. Bei so einem verrückten Chaotenhaufen wie uns lässt sich das auch wohl aushalten. Manchmal.

Ich bedanke mich recht herzlich für das virtuelle Gespräch und hoffe doch sehr, dass wir uns einmal persönlich gegenüberstehen können und wünsche euch viel Glück und Erfolg auf eurer weiteren Reise. Die letzten Worte sollten von euch kommen, was wollt ihr euren Fans mitteilen?

Simon: Ein riesiges Dankeschön an all diejenigen, die uns in der letzten Zeit auf unseren Shows besucht haben und uns anderweitig so tatkräftig unterstützt haben. Elegy Remains wäre ohne euch da draußen nichts, unser Dank geht dabei an alle Fans. Und zum Abschluss ganz wichtig: Kauft die Platte!

Danke!!

 

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