instrument

Pünktlich wie die Kesselflicker erreiche ich das Blue Shell in Köln um ein Interview mit der Münchener Band Instrument zu führen. Nach kurzer Suche nach einem Ansprechpartner erscheint der sympathische und ziemlich ruhige Bassist/Gitarrist Markus Schäfer. Wir gehen gemeinsam in einen kleinen Backstageraum, der wie eine etwas größere Umkleidekabine im Kaufhaus wirkt. Aber es gibt einen kleinen Kühlschrank. Als erstes bietet er mir eine eisgekühlte Flasche Tuborg an. Da kann man ja nicht nein sagen. Das geht ja gut los…

Hallo erstmal…ich habe kürzlich Euer Album zur Rezension bekommen und konnte mit dem Namen Instrument erstmal gar nichts anfangen. Aber als ich das Album dann komplett hörte wurde ich von Eurem Sound förmlich weggeblasen. Respekt! Wie alt seid ihr eigentlich und wie lange macht ihr schon zusammen Musik?

Markus: Ich bin 37 Jahre alt und damit auch der älteste in der Band. Der Rest pendelt zwischen 28 und Anfang 30. Die Band gibt es nun seit 4 Jahren.

Das ist ja jetzt heute Euer erstes Konzert der ersten eigenen Tour. Sozusagen eine echte Feuertaufe. Ihr habt ja vorher hauptsächlich Touren als Support Act für recht namhafte Bands gespielt. Wie war denn beispielsweise die Tour mit The Unwinding Hours?

Markus: Das war einfach super! Ich kenne Craig und Ian von The Unwinding Hours noch aus Aereogramme Zeiten. Damals habe ich noch bei Cosmic Casino gespielt und wir waren öfter mit Aereogramme auf Tour. Wir haben uns immer super verstanden. Die Tour mit The Unwinding Hours war einfach wunderschön. – vor allem zwischenmenschlich war es eine ganz feine Sache. Bayern und Schotten verstehen sich ganz gut. Wir haben ähnliche Wesenszüge und es hat halt auch musikalisch gut gepasst. Der menschliche Umgang und auch musikalisch hat es einfach verdammt gut gepasst.

Kann es sein das ihr mal im Vorprogramm von Motorpsycho gespielt habt, oder täusche ich mich da. Woher kommt dieser unheimlich gut in Szene gesetzte Einfluss der Norweger?

Markus : Hehe, da täuscht Du Dich, hätte ich natürlich sehr gerne gemacht – ist aber leider noch nicht passiert. Und Einfluss? Ja – pass auf…ich habe ALLES von Motorpsycho und liebe die Band einfach. Damals mit Cosmic Casino sind wir bei Stickman Records, dem Label von Motorpsycho, gelandet. Und das war natürlich wie ein Adelsschlag für uns. Motorpsycho ist eine Band, die mich schon ganz lange begleitet und die auch nie langweilig wird.

Welches Album ist denn Dein liebstes von Motorpsycho?

Markus: Das ist schwer, „Trust Us“ das Doppelalbum finde ich großartig, „Let Them Eat Cake“ mag ich sehr gerne und vor allem das neue („The Deaf Defying Unicorn“)gefällt mir ausgesprochen gut. Ein wirkliches Lieblingsalbum habe ich gar nicht, die sind ja auch alle so vollkommen unterschiedlich. Je nach Stimmung lege ich die unterschiedlichen Alben auf. Das kann man sich ja bei Motorpsycho prima aussuchen.

Euer Album „Olympus Mons“ klingt unglaublich druckvoll und transparent. Besonders der Schlagzeugsound hat es mir angetan. Wo habt ihr das Album aufgenommen und vor allem wer hat es aufgenommen?

Markus: Wir habe das Album bei uns im Proberaum aufgenommen. Der ursprüngliche Plan war, wir gehen nicht ins Studio, sondern holen uns das Studio dorthin, wo wir eine gute Räumlichkeit finden. Wir wollten das Album eigentlich auch live aufnehmen – das hat nur leider aus zeit- und probetechnischen Gründen nicht geklappt. Es hatte sich sowieso alles schon zeitmäßig nach hinten verschoben und da haben wir uns halt gedacht, unser Budget ist knapp und wir haben wenig Zeit: Wir nehmen es bei uns im Proberaum auf. Man muss allerdings dazu sagen, dass unser Proberaum verdammt gut klingt. Er ist mit 60qm sehr groß und hat sehr hohe Decken. Vor allem das Schlagzeug klingt dort einfach super – also haben wir das Studio einfach in unseren Proberaum geholt. Aufgenommen wurde das Ganze dann von Achim Lindermayr, der auch schon an unserem ersten Album mitgearbeitet hat. Wenn wir mal einen eigenen Mischer mitnehmen dann kümmert er sich auch um unseren Live-Sound bei Konzerten. Die Aufnahmen fanden in Etappen statt und dauerten inklusive Mix ca. 5 Wochen. Wir haben das Album mit Pro-Tools (Studio-Software Anm. d.V.) aufgenommen. Dazu hatten wir einen Satz von hochwertigen Vorverstärkern und Mikrofonen. Wir haben bei den Aufnahmen wenig experimentiert, d.h. wir haben viel auf unsere Verstärkereinstellungen geachtet und so gut wie gar nicht auf externe Effekte zurückgegriffen. Nur die typischen Effektpedale, wie wir sie auch live benutzen, kamen zum Einsatz. Wenn man zu viel herumexperimentiert verliert man auch eine Menge Zeit…und das wollten wir vermeiden. So wie unsere Platte klingt, klingen wir auch auf der Bühne.

Wenn man auf Eure offizielle Web-Seite schaut stellt man fest, dass dort noch andere Bands vertreten sind. Ist das ein Label?

Markus: Das ist ein Label von mir, welches ich noch mit zwei anderen Kollegen mache. Ich habe das Label gegründet, um unsere erste Platte veröffentlichen zu können. Die beiden anderen Leute sind auch aus dem Musikbusiness und aus der Booking-Ecke und sie verstehen daher genau was sie zu tun haben. Die Platte ist jetzt die fünfte Veröffentlichung und mittlerweile sind auch vier Bands auf dem Label.

Ist das Label Dein Hauptjob?

Markus: Nein, hauptberuflich bin ich Musiklehrer.

Wie ist das denn heute Abend für Euch? Ich meine, es ist das erste Konzert der ersten eigenen Tour. Seit ihr nicht unheimlich aufgeregt und neugierig was heute hier passiert?

Markus: Klar ist das aufregend für uns. Wir haben im Vorfeld sehr viel geprobt und sind dementsprechend gut vorbereitet. Aber es ist natürlich etwas anderes, eine eigene Tour zu spielen. Als Support Act kann man sich halt immer hinter dem Haupt Act verstecken aber jetzt sind wir alleine und müssen alles geben. Das große Fragezeichen ist momentan, ob überhaupt Leute kommen. Ich meine, die Kritiken in allen gängigen Musikmagazinen waren einfach großartig. Auch Du hast mit Deinem Review dazu beigetragen. Ich habe schon mehrere Platten veröffentlicht, aber so positiv ist noch keine Platte von mir weggekommen. Es gab immer irgendwelche Verrisse, aber diesmal war wirklich jede Kritik ausgesprochen gut. Deshalb hat man jetzt natürlich auch gewisse Erwartungen an diese Tour. Aber in den typischen Medienstädten ist es halt schwierig für so eine kleine Band wie wir es sind.

Wie konsumierst Du den im Privaten Musik? Hörst Du lieber digital oder die gute alte Schallplatte?

Markus: Ich bevorzuge eindeutig Vinyl, obwohl ich mir auch manchmal aus Bequemlichkeit CDs kaufe. Oft findet man ein bestimmtes Album nicht auf Vinyl und dann greife ich halt auf die digitale Form zurück. Aber grundsätzlich bevorzuge ich Vinyl.

Ok, dann wünsche ich Euch für heute Abend alles Gute und vor allem viele Zuschauer und bedanke mich hiermit im Namen des gesamten Scene2Act Teams für das Interview.

Markus: Danke

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